Wenn die meisten Menschen den Begriff eDiscovery hören, denken sie sofort an die üblichen Verdächtigen: Computer, Smartphones, Tablets. Das ist ganz normal. Mit diesen Geräten interagieren wir täglich und sie speichern E-Mails, Nachrichten, Dokumente und andere digitale Spuren, die für Ermittlungen relevant sind. Die Realität ist jedoch komplexer. Elektronische Beweise können auch jenseits dieser erwarteten Quellen existieren. Sie können an Orten versteckt sein, an die man nie gedacht hätte, wie zum Beispiel am Bürokopierer oder anderen speicherfähigen Geräten, die überhaupt nicht wie herkömmliche Datenspeicher aussehen.
Vor einigen Jahren nahm ich mit meinem Anwalt und einem Ermittlerteam an einem kritischen Falltreffen teil. Sie hatten Computer und Smartphones beschlagnahmt und präsentierten ihre Ergebnisse selbstbewusst. Als ich an der Reihe war, Fragen zu stellen, erkundigte ich mich, ob das Unternehmen über Kopiergeräte oder andere Geräte mit elektronischem Zugriff verfügte. Die Reaktion kam sofort und unmissverständlich – ein Moment, in dem ich wie ein Reh im Scheinwerferlicht stand. Es war klar, dass viele diese verborgenen Quellen selbst bei gründlichen Ermittlungen übersehen. Dieser Moment unterstrich eine wichtige Wahrheit: Bei der elektronischen Beweismittelermittlung reicht das Offensichtliche nicht immer aus.
Erweiterung der Definition elektronischer Beweismittel
Wichtige Beweise verstecken sich oft an unerwarteten Orten, eingebettet in alltägliche Geräte, an die Sie vielleicht nicht denken. Diese weniger offensichtlichen Quellen können wertvolle Daten enthalten, die den Ausgang eines Falles maßgeblich beeinflussen können. Mit der Weiterentwicklung der Technologie verändern sich auch die Speicherorte digitaler Informationen. Wenn Sie Ihre Suche auf herkömmliche Geräte beschränken, riskieren Sie, wichtige Puzzleteile zu übersehen und Lücken in Ihrer Ermittlung zu hinterlassen.
Um die ganze Geschichte zu erfahren, müssen Sie wissen, wo Sie noch suchen müssen. Wir werfen einen Blick auf einige überraschende Geräte, die die Antworten enthalten könnten, die Sie suchen.
Virtual-Reality-Brille
Nicht nur für Spiele. Diese Headsets wie die der Oculus-Serie bieten mehr als nur immersive Erlebnisse. Sie speichern alles von Internetsuchen bis hin zu persönlichen Daten und verfolgen so die digitale Reise des Benutzers.
Kopiergeräte
Mehr als nur Bürokraten. Diese Geräte speichern Aufzeichnungen über jeden Kopier-, Scan- und Druckauftrag und speichern und geben Dokumente manchmal sogar zur späteren Verwendung frei.
Aktivitätstracker
Diese Armbänder erfassen Herzfrequenz, Standorte und Tagesabläufe. Geräte wie Fitbit erfassen neben GPS-Daten auch detaillierte persönliche Informationen.
Smart-TVs
Moderne Fernseher können mehr als nur Sendungen streamen. Sie speichern den Wiedergabeverlauf, Suchaktivitäten und Benutzereinstellungen und offenbaren so digitale Muster, die oft unbemerkt bleiben. Modelle mit Internetanschluss können überraschend viele persönliche Daten speichern.
Türklingeln klingeln
Diese immer häufiger eingesetzten Geräte können mehr als nur die Haustür überwachen. Sie zeichnen Videoaufnahmen auf, vermerken Zeitstempel für Ankünfte und Abfahrten und protokollieren, wer kommt und geht. Dadurch werden oft Details erfasst, die für Ermittlungen von entscheidender Bedeutung sind.
Automobile
Fahrzeuge sind heute mobile Datenzentren. Viele sind mit GPS, WLAN und Bordsystemen ausgestattet, die Standort, Nutzungsmuster und Fahrerverhalten erfassen und so zu einer wertvollen Quelle elektronischer Beweise werden.
Smartwatches
Was einst nur ein Zeitmesser war, ist heute ein persönlicher Datenspeicher. Geräte von Apple, Android und anderen Anbietern speichern Gesundheitsdaten, Nachrichten, App-Aktivitäten und Standortdaten. Das Handgelenk ist zu einer überraschend reichhaltigen Quelle digitaler Beweise geworden.
CPAP-Geräte
Diese medizinischen Geräte wurden zur Behandlung von Schlafapnoe entwickelt und verfügen oft über Modems und SD-Karten, die sensible Gesundheitsdaten erfassen und übertragen. Was wie ein einfaches Schlafmittel aussieht, kann wichtige elektronische Beweise enthalten.
Kameras
Jedes Foto erzählt mehr als nur eine visuelle Geschichte. Viele moderne Kameras verfügen über integrierte GPS-Koordinaten und WLAN-Verbindungen. So werden Bilder in nachverfolgbare digitale Aufzeichnungen mit Zeit-, Datums- und Standortdaten umgewandelt.
Spielsysteme
Hinter den Spielen verbirgt sich ein detaillierter digitaler Fußabdruck. Konsolen wie Xbox und PlayStation speichern Benutzerprofile, Chatprotokolle, Spielverläufe und Netzwerkaktivitäten und bieten so überraschende Einblicke in persönliche Gewohnheiten und digitales Verhalten.
Man kann nicht interpretieren, was man nicht kennt
Beweise sind selten direkt vor der Nase verborgen. Sie sind über Smartgeräte, eingebettete Apps, strukturierte Systeme, inaktive Protokolle und ungenutzte Plattformen verstreut. Früher waren sie an einem Ort – in E-Mails, auf dem Telefon oder dem Laptop – gespeichert, doch das ist heute nicht mehr der Fall.
Heutzutage sind Daten fragmentiert. Der Kontext ist vielschichtig, und um das Wesentliche zu verstehen, muss man die Kommunikation über mehrere Quellen hinweg verfolgen und darf nicht beim ersten Treffer stehen bleiben.
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