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Die Macht gemeinsamer Ermittlungen

Gemeinsame Untersuchungen: Wertschöpfung durch vielfältiges Fachwissen

In einem Bereich, der von knappen Fristen und komplexen Datenspuren geprägt ist, besteht der Impuls oft darin, schnell zu handeln. Isolieren Sie die Fakten. Liefern Sie Antworten. Aber wie Hunter McMahon und Bobbby Williams in Der Wert von Erfahrungen, die durch Neugier gewonnen werden und Pause für Inklusion, es liegt Kraft darin, langsamer zu werden. Bewusst Raum zu schaffen – nicht nur für Analysen, sondern für Gespräche. Für unterschiedliche Stimmen. Für echte Zusammenarbeit.

Diese bewusst eingesetzte Pause wird zu mehr als nur einem Moment – sie wird zu einer Strategie. Bei digitalen Untersuchungen, bei denen Daten selten eine einfache Geschichte erzählen und die Beteiligten konkurrierende Prioritäten haben, ist Zusammenarbeit nicht hilfreich – sie ist unerlässlich.

Ob es um die Zusammenarbeit mit internen Teams mit unterschiedlichen Ermittlungs- oder technischen Stärken geht oder um die Zusammenarbeit mit externen Beratern und Stakeholdern auf Kundenseite mit einzigartigen Perspektiven – gemeinsame Ermittlungen führen zu besseren Ergebnissen. Klarere Darstellungen. Weniger Fehltritte. Mehr Wert.

Dieser Artikel baut auf dieser Denkweise auf und zeigt, wie die Zusammenarbeit über Ebenen, Disziplinen und Organisationen hinweg aus einer guten Untersuchung eine großartige Untersuchung macht.

Warum Untersuchungen nicht isoliert durchgeführt werden können

Das Bild des einsamen Analysten, der isoliert Protokolle und E-Mail-Threads analysiert, gehört weitgehend der Vergangenheit an. Heutige digitale Untersuchungen sind vielschichtiger, differenzierter und deutlich funktionsübergreifender.

Allein die Vielfalt der Datenquellen erfordert dies: strukturierte Datenbanken, unstrukturierte Chat-Plattformen, Cloud-Repositories, mobile Geräte. Jede dieser Quellen bringt ihr eigenes Format, ihre eigenen Hürden und ihre eigenen Schwachstellen mit sich. Die Navigation in ihnen erfordert sowohl technische Kompetenz als auch detektivischen Instinkt.

Doch noch wichtiger als die Fähigkeiten ist die Perspektive.

Untersuchungen hängen vom Kontext ab. Was für den einen wie eine Anomalie aussieht, kann für den anderen ganz normal sein. Eine kleine zeitliche Lücke kann in einem Betrugsfall bedeutsam sein – bei einem Vertragsstreit jedoch irrelevant. Ohne kollaborativen Input können diese Nuancen leicht übersehen oder, schlimmer noch, völlig falsch interpretiert werden.

Isolierte Untersuchungen bergen echte Risiken: Doppelarbeit, übersehene Daten, falsche Darstellungen. Wenn interne Teams in Echokammern arbeiten, schleicht sich Bestätigungsfehler ein. Blinde Flecken vergrößern sich.

Zusammenarbeit ist das Korrektiv. Sie erweitert den Blickwinkel und schärft den Fokus. Sie schafft Raum für verschiedene Perspektiven und sorgt gleichzeitig für fundierte Ermittlungsentscheidungen – nicht nur hinsichtlich technischer Genauigkeit, sondern auch hinsichtlich der strategischen Ausrichtung auf rechtliche, Compliance- und Reputationsziele.

Interne Zusammenarbeit – Erfahrung und Perspektive verbinden

In jedem Ermittlungsteam vereinen sich die unterschiedlichsten Fähigkeiten, Hintergründe und Perspektiven. Manche Teammitglieder haben bereits Dutzende von behördlichen Untersuchungen bearbeitet, andere bringen einen frischen Blick und neue Tools mit. Es gibt technische Experten, die Metadaten beim Frühstück zurückentwickeln können, und Fallmanager, die technische Erkenntnisse hervorragend in Geschäftsrisiken übersetzen.

Bei der Zusammenarbeit geht es nicht nur darum, nett zu sein – es geht darum, diese Stärken im richtigen Moment strategisch einzusetzen.

Die Struktur einer Untersuchung kann unbeabsichtigt zu Hierarchien bei den Eingaben führen: Analysten untersuchen, Führungskräfte treffen Entscheidungen, Projektmanager halten sich an Zeitpläne. Die wichtigsten Erkenntnisse kommen jedoch oft aus unerwarteter Richtung – beispielsweise von einem Junior-Teammitglied, das ein Muster erkennt, das anderen entgangen ist, oder von einem nicht-technischen Stakeholder, der die eine Frage stellt, die den gesamten Umfang neu ausrichtet.

Der Schlüssel liegt darin, Raum für Beiträge zu schaffen, nicht nur für die Ausführung. Das könnte so aussehen:

  • Kurze tägliche Stand-ups oder Synchronisierungen, bei denen jede Stimme gehört wird.
  • Gemeinsam genutzte Arbeitsbereiche, die Transparenz hinsichtlich Erkenntnissen, Fragen und Annahmen bieten.
  • Pflegen Sie eine „Herausforderungskultur“, die Rollen respektiert und gleichzeitig Einsicht statt Hierarchie fördert.

Interne Zusammenarbeit wird noch wirkungsvoller, wenn Unterschiede als Stärken und nicht als Reibungspunkte wahrgenommen werden. Das Ziel ist nicht Konsens, sondern Klarheit. Und manchmal bedeutet das, sich der Spannung widersprüchlicher Interpretationen auszusetzen, um eine stärkere, vertretbarere Lösung zu finden.

Externe Zusammenarbeit – Mandanten und Berater als Partner

Untersuchungen finden nie im luftleeren Raum statt. Ob interne Rechtsberater, externe Rechtsteams oder Stakeholder auf Unternehmensseite – externe Stimmen sind entscheidend – nicht nur für die Festlegung der Ziele, sondern auch für die Ausrichtung der Untersuchung, wenn neue Informationen ans Licht kommen.

Das bedeutet, dass die Beziehung nicht rein transaktional sein darf. Um sinnvolle, vertretbare und strategische Ergebnisse zu erzielen, müssen Ermittler externe Partner als echte Partner gewinnen. Dies erfordert offene Kommunikation, gemeinsame Erwartungen und ein gemeinsames Verständnis dafür, was auf dem Spiel steht – nicht nur technisch, sondern auch rechtlich und in Bezug auf den Ruf.

Beginnen Sie mit der Abstimmung: Was ist der eigentliche Zweck dieser Untersuchung? Wo liegen die Signifikanzgrenzen? Wie sieht der Zeitplan aus – nicht nur für die Ergebnisse, sondern auch für die Entscheidungsfindung? Anschließend geht es um die Übersetzung. Ermittler müssen Ergebnisse so präsentieren, dass Rechtsteams und Stakeholder darauf reagieren können. Rechtsteams wiederum müssen ihre Prioritäten kontextualisieren, ohne Unklarheiten zu schaffen. Wenn beide Seiten mit Bescheidenheit und Neugier zusammenarbeiten, entsteht etwas Wirksameres als Kompromisse: Klarheit.

Betrachten wir einen Fall, in dem eine forensische Analyse zunächst auf Fehlverhalten eines Mitarbeiters hindeutete. Technische Indikatoren deuteten auf böswilliges Verhalten hin, doch durch die enge Zusammenarbeit mit der Rechtsberatung und der Personalabteilung deckte das Team einen differenzierteren Kontext auf – einen Mitarbeiter, der mit persönlichen Umständen und mangelnder digitaler Hygiene zu kämpfen hatte, ohne jedoch die Absicht zu haben, zu täuschen. Der Kunde wechselte von einer disziplinarischen zu einer unterstützenden Haltung, um unnötige Konsequenzen zu vermeiden und seine internen Werte zu stärken.

Solche Ergebnisse entstehen nicht durch Zufall. Sie entstehen, wenn Zusammenarbeit nicht nur ein Häkchen ist, sondern von Anfang an in den Prozess integriert wird.

Tools und Techniken für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Zusammenarbeit klingt in der Theorie großartig – in der Praxis hängt sie jedoch davon ab, wie Menschen miteinander kommunizieren und Informationen austauschen. Die richtigen Tools schaffen zwar nicht automatisch Zusammenarbeit, erleichtern aber deren Aufrechterhaltung, insbesondere bei schnelllebigen Ermittlungen mit hohem Risiko.

Plattformen wie Relativity, Nuix oder Reveal ermöglichen es Teams, in Echtzeit mit Daten zu interagieren, Dokumente zu taggen, wichtige Ergebnisse zu protokollieren und nachweisbare Prüfprotokolle zu führen. Oft sind es jedoch die einfacheren Tools – Teams, Slack, gemeinsam genutzte OneNotes oder Fall-Dashboards –, die die Zusammenarbeit im Alltag zusammenhalten.

Versionskontrolle, Zugriffsverwaltung und Transparenz in Bezug auf das „Warum“ technischer Entscheidungen sind unerlässlich. Wenn alle Zugriff auf dieselbe Informationsquelle haben, reduziert dies Reibungsverluste, Wiederholungen und E-Mails mit Fragen wie „Wo stehen wir?“, die den Prozess gefährden können.

Selbst die besten Tools nützen nichts, wenn die menschliche Ebene nicht richtig aufgebaut ist. Sie brauchen klare Arbeitsnormen:

  • Wer aktualisiert was und wann?
  • Wie verfolgen wir Annahmen oder offene Fragen?
  • Wo erfassen wir Kontext, der möglicherweise nicht in einen Abschlussbericht aufgenommen wird, aber eine Entscheidung beeinflusst hat?

Letztendlich gedeiht Zusammenarbeit dort, wo Technologie und Vertrauen zusammentreffen. Die Tools unterstützen – und ersetzen – die Gespräche, die Abstimmung und die gemeinsame Verantwortung, die echte investigative Teamarbeit erfordert.

Häufige Fehler (und wie man sie vermeidet)

Selbst mit den besten Absichten kann die Zusammenarbeit ins Stocken geraten. Zu viele Stimmen ohne Richtung können zu Lärm führen. Falsche Prioritäten können den Fortschritt verlangsamen. Und wenn die Rollen nicht klar definiert sind, schwindet die Verantwortlichkeit.

Hier sind einige der häufigsten Fallen – und wie man sie umgeht:

Falsch ausgerichtete Ziele

Ein Team legt möglicherweise Wert auf Geschwindigkeit, ein anderes auf Gründlichkeit. Die Rechtsabteilung zielt darauf ab, Risiken zu minimieren, während sich die IT darauf konzentriert, die Systeme wieder online zu bringen. Der Schlüssel liegt in einer frühzeitigen und klaren Abstimmung. Legen Sie eine gemeinsame Erfolgsdefinition fest und überprüfen Sie diese regelmäßig, sobald neue Informationen auftauchen.

Unklare Eigentumsverhältnisse

Wenn alle beteiligt sind, aber niemand die Richtung vorgibt, kommt es zum Stillstand. Legen Sie von Anfang an klare Rollen fest: Wer ist für den Zeitplan verantwortlich? Wer entscheidet über Umfangsänderungen? Wer kommuniziert die Ergebnisse mit den Stakeholdern?

Kommunikationsüberlastung

Zu viele Updates können genauso schädlich sein wie Funkstille. Nicht jedes Detail muss in Echtzeit geteilt werden. Erwägen Sie strukturierte Updates – wöchentliche Briefings, Issue-Tracker oder ein gemeinsames „Status auf einen Blick“-Dokument –, um alle auf dem Laufenden zu halten, ohne zu ermüden.

Mangelnde Reflexion

Sobald der Bericht vorliegt, lösen sich die Teams oft auf und ziehen weiter. Doch die Überprüfung nach der Untersuchung ist von unschätzbarem Wert. Was hat funktioniert? Welche Engpässe traten auf? Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?

Bei der Zusammenarbeit geht es nicht nur um Inklusivität, sondern auch um Zielstrebigkeit. Wer diese Fallstricke vermeidet, kann fokussiert, ausgewogen und letztlich wirkungsvoller arbeiten.

Fazit: Zusammenarbeit als Kraftmultiplikator

In einer Welt der Ermittlungen, in der Schnelligkeit und Sicherheit oft belohnt werden, ist die Versuchung groß, alles allein zu machen – Daten sammeln, die Arbeit erledigen, die Antwort liefern. Doch Ermittlungen sind keine Rätsel mit fixen Lösungen. Sie sind dynamische Prozesse, die vom Kontext geprägt, von Interpretationen bestimmt und durch Dialog geschärft werden.

Zusammenarbeit verlangsamt diesen Prozess nicht, sondern steigert seinen Wert. Sie fördert Nuancen, erhöht die Widerstandsfähigkeit und stärkt die Verteidigungsfähigkeit. Ob Sie mit internen Teams mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammenarbeiten oder komplexe Dynamiken mit Mandanten und Beratern meistern – die besten Ergebnisse erzielen Sie durch die Bereitschaft, zuzuhören, sich abzustimmen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Im Kern geht es bei kollaborativen Untersuchungen darum, dem Drang zu widerstehen, sofort zum Offensichtlichen zu eilen, und stattdessen einen bewussteren, umfassenderen Ansatz zu verfolgen. Einen Ansatz, bei dem jede Pause sinnvoll ist, jede Perspektive berücksichtigt wird und jede Entscheidung auf festem Boden steht.

Denn wenn wir aufhören, in Silos zu arbeiten – und anfangen, synchron zu arbeiten – werden die Ergebnisse nicht nur besser. Sie werden intelligenter.


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